Aktion kritischer Schüler_innen Niederösterreich


gegenDruck – für einen lebenswerten Schulalltag!

1. September 2014

Unter dem Slogan „gegenDruck“ startet die AKS eine Herbstkampagne, mit der wir auf Leistungsdruck in der Schule aufmerksam machen und bestehende Missstände bekämpfen wollen. Denn allen Schüler_innen muss ein lebenswerter Schulalltag möglich gemacht werden!

 

Gut – Besser – BurnOut

Schüler_innen sind ständigem Druck von verschiedenen Seiten ausgesetzt. Wir sollen immer Bestleistungen erbringen, im Unterricht mitarbeiten, alle Hausübungen perfekt erledigen, usw. Durch diesen hohen Leistungsdruck kann es zu Lernproblemen, Kopf- oder Bauchschmerzen und psychischen Erkrankungen kommen. Dies wiederum führt zu schlechteren Noten und der Druck verstärkt sich weiter.

Einer österreichweiten Studie der Arbeitsgemeinschaft für Präventivpsychologie zufolge, zerbrechen immer mehr Schüler_innen am Leistungsdruck, der ihnen in der Schule aufgeladen wird. So waren 2010 bereits 5% aller Schüler_innen Österreichs dem Burn-Out nahe, während 13% zeitweise belastet waren und im Allgemeinen auf jede_jeden Dritte_n ab dem zehnten Lebensjahr enormer Stress durch die Schule und die damit verbunden Pflichten ausgeübt wird. Die Belastung ist in den letzten Jahren aber noch weiter gestiegen.

 

Professionelle Hilfe zur Verfügung stellen!

Doch nicht nur Leistungsdruck führt zu Problemen: Auch Gruppendynamiken in der Klasse können einen großen Druck auf Schüler_innen ausüben. So findet in der Schule ein ständiges Vergleichen zwischen den Schüler_innen statt, nicht nur was Noten, sondern auch was Kleidung, Statussymbole, Figur etc. betrifft. Dabei wird eine Person schnell zum_zur Außenseiter_in und in weiterer Folge zum Mobbingopfer. Das führt zu Schulangst und in den schlimmsten Fällen zu Suizid.

Für Schüler_innen gibt es kaum qualifizierte Ansprechpersonen, denen sie wirklich vertrauen können. Schulpsycholog_innen an allen Schulen müssen endlich Realität werden!

Strukturen hinterfragen

Auf dem Weg zu einem lebenswerten Schulalltag müssen bestehende Strukturen hinterfragt werden. Wenn man zum Beispiel punktuelle Leistungsabfragen, wie Schularbeiten, Tests oder Prüfungen betrachtet, merkt man, dass sich kaum jemand den Stoff länger als ein paar Wochen merken kann. Das liegt daran, dass sehr viel Stoff in sehr kurzer Zeit und unter großem Druck gelernt werden muss. Daher fordern wir die Abschaffung von punktuellen Leistungsabfragen!

Auch die gängigen Ziffernnoten von 1 bis 5 sind sehr problematisch für Schüler_innen, denn Noten können niemals wirklich etwas über Menschen aussagen, zum einen wie viel Energie eine Person in ein Fach gesteckt hat, zum anderen werden aber auch wichtige Kompetenzen abseits von Schulfächern ausgeklammert. Für ein wirklich sinnvolles Beurteilungssystem braucht es keine Noten, ein schriftliches Qualifikationsprofil sagt viel mehr über uns Schüler_innen aus und kann Leistungsdruck vermindern.

 

Doppelten Druck an Berufsschulen bekämpfen!

Lehrlinge sind zweifachem Druck ausgesetzt – in der Berufsschule und im Betrieb, wobei die Chef_innen immer über die Erfolge in der Berufsschule Bescheid wissen dürfen. Dadurch entsteht ein erhöhter Leistungsdruck für Lehrlinge. Der Gipfel des Eisbergs ist jedoch, dass Lehrlinge nur aufgrund eines Fünfers im Jahreszeugnis gekündigt werden können. Leistungen in der Schule sagen nichts über die Fähigkeiten für die Arbeit aus! Daher darf es aufgrund von schulischen Problemen nicht zu Nachteilen im Betrieb kommen!

Druck in der Schule muss endlich der Vergangenheit angehören! Wir dürfen es nicht länger hinnehmen, wenn wir Schüler_innen an der Schule zerbrechen. Wir wollen einen lebenswerten Schulalltag!

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